Trainingslager 2. Side (TR) – 2026 – Tag 3
Tag 3
Auch am dritten Tag zeigte sich der grün-weisse Reisetrupp erstaunlich diszipliniert.
Erneut fanden sich sämtliche Protagonisten pünktlich zum Frühstück ein – was in einem Trainingslager dieser Art langsam nicht mehr als Zufall, sondern als ernstzunehmende Führungsqualität des Trainerstabs gewertet werden darf.
Beim Blick aus dem Fenster zeigte sich Side am Morgen zunächst noch von seiner grauen Seite.
Doch pünktlich zum Trainingsstart hatte selbst der Wettergott eingesehen, dass hier nicht irgendeine Hobbytruppe auf den Platz schlurft. Die Sonne kam heraus, der Platz war bereit – und die Bühne für den nächsten Akt dieser türkischen Fussballoper war eröffnet.
Im morgendlichen Training wurde zunächst ein allerfeinstes Rondo à la Pep zelebriert. Für einige wenige Minuten fühlte sich das Ganze eher nach Manchester City als nach 4. Liga an. Direkt im Anschluss wurde mit einem beherzten Fangis erneut tief in der Kindheit gegraben. Spätestens da war klar: Dieses Trainerteam versteht es wie kein zweites, höchste taktische Ansprüche mit gepflegter Pausenplatzromantik zu verbinden.
Nach einer intensiven Pressing-Einheit unter der Leitung unseres Gasttrainers Luc, der sich irgendwo zwischen Motivator, Feldweibel und Pressing-Professor bewegte, wurde der Fokus langsam aber sicher auf das grosse Highlight des Trainingslagers gelenkt: das internationale Debüt gegen den norwegischen Spitzenclub Accenture Norwegian FC.
Die anschliessende Regeneration erfolgte wie gewohnt auf höchstem Niveau. Während sich die einen professionell im Pool oder Meer auf die anstehende Aufgabe vorbereiteten, liessen andere bereits erahnen, dass auch der Abend noch gewisse Herausforderungen mit sich bringen könnte.
Nach dem Mittagessen traf sich die Delegation um Punkt 13:45 Uhr vor dem Hotel zur Abfahrt des internationalen Auftritts.
Und auch hier: pünktlich. Was sich im Nachhinein fast als grösste Sensation des gesamten Trainingslagers herausstellen könnte.
Am Side Sport Complex angekommen, bot sich der Mannschaft ein Anblick, der in dieser Form nicht zwingend erwartet worden war. Ein Top-Platz, Kabinenanlagen auf höchstem Niveau – Bedingungen, von denen in manchem Super-League-Stadion vermutlich noch immer geträumt wird.
Unter tatkräftiger Unterstützung unserer mitgereisten vier Ultras wurden beide Teams lautstark begrüsst und gepusht.
Vor allem in den ersten Minuten war der grün-weisse Support absolut erstligareif. Zwar ohne Trommeln, dafür aber mit Musik, die dermassen on point war, dass man kurz das Gefühl bekam, hier laufe gerade kein Testspiel, sondern eine internationale Europacup-Nacht.
Als dann mit leichter Verspätung auch die norwegische Anhängerschaft eintraf, kippte die Stimmung allerdings merklich.
Während unsere Fraktion weiterhin rustikal, ehrlich und fussballromantisch unterwegs war, wirkte der gegnerische Support eher wie eine elegant gereifte Cüplifraktion auf Auswärtsfahrt. Kulturschock auf beiden Seiten.
Vielleicht spiegelte sich diese atmosphärische Verschiebung auch ein wenig im Halbzeitstand wider: 0:2.
Was dann folgte, war jedoch ein kleines grün-weisses Ausrufezeichen auf internationalem Parkett. Nach taktischen Anpassungen, einer deutlichen Leistungssteigerung und viel Moral drehte unser Team die Partie tatsächlich noch in ein spektakuläres 5:3.
Ein Sieg, der umso höher einzustufen ist, wenn man bedenkt, dass die Mannschaft zum Ende hin personell derart ausgedünnt war, dass man die Schlussphase sogar noch in Unterzahl bestreiten musste. Die Beine schwer, die Lungen leer, aber das Herz am richtigen Fleck. Respekt an diese Truppe – das war nicht nur ein Testspiel, das war ein Statement.
Der anschliessende Mannschaftsabend wurde von Martin und Livio in einer Art und Weise organisiert und durchgeführt, die man ohne Übertreibung als grossartig bezeichnen darf. Der erste internationale Sieg der Vereinsgeschichte wurde standesgemäss gefeiert – und ob alle diesen Abend sportlich verwertbar überstanden haben, wird sich wohl erst in der Nachmittagseinheit zeigen.
Denn das Trainerteam hat bis dahin eine regenerative Pause verordnet – was in der Theorie nach professioneller Belastungssteuerung klingt, in der Praxis aber vor allem Zeit bietet, Kreislauf und Gleichgewichtssinn wieder halbwegs auf Betriebstemperatur zu bringen.
So endet Tag 3 eines Trainingslagers, das endgültig internationales Format angenommen hat. Ein Auswärtssieg auf fremdem Boden, eine starke Moral und ein grosser Teamabend – und immer mehr Anzeichen dafür, dass hier nicht nur trainiert, sondern etwas zusammenwächst, das in dieser Saison noch richtig Spass machen könnte. 😉
FCNE im Trainingslager-Modus: international erprobt, mental gefestigt, spielerisch verbessert – und nach wie vor nur kontrolliert angeschlagen.

