Trainingslager 2. Side (TR) – 2026 – Tag 5
Tag 5
Der letzte Trainingstag begann – wie es sich für diese mittlerweile erstaunlich disziplinierte Reisegruppe gehört – um 08:30 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück. Gut, nicht ganz für alle. Bei einigen bestand am Morgen noch ein derart akuter Behandlungsbedarf, dass der direkte Weg eher Richtung Spa als Richtung Buffet führte. Manche Körper sendeten inzwischen Signale, die man sonst eher von Altbauten vor der Kernsanierung kennt.
Pünktlich um 09:30 Uhr startete dennoch die nächste Einheit. Und trotz aller Strapazen, Blessuren und der sichtbaren Spuren der vergangenen Tage gaben die letzten 14 fitten Spieler noch einmal alles. Intensiv, fordernd und mit einer Einstellung, die dem Trainerteam ein zufriedenes Nicken ins Gesicht zauberte. Die Begeisterung über Einsatz und Moral war so gross, dass man sich im Trainerstab bereits voller Vorfreude auf die Nachmittagseinheit einstimmte.
Diese Vorfreude hielt allerdings nur so lange an, bis Luc mit breiter Brust die nächste Überraschung verkündete: Für den Nachmittag wurde kurzerhand noch ein weiteres Testspiel organisiert – gegen den traditionsreichen Spitzenclub FC Bösingen.
Als wäre diese Nachricht allein nicht schon genug, wurde für dieses Spektakel auch gleich ein neuer Cheftrainer präsentiert:
Martin Aepli. Der frischgebackene Übungsleiter liess keinen Zweifel daran, dass er mit klarer Idee an die Seitenlinie tritt.
Sein System der Wahl: 4-4-2. Seine Philosophie: Wucht im Strafraum. Seine erste grosse Massnahme: Das Stürmerduo Hollberg / Hilpertshauser ist gesetzt.
Damit war klar: Aus dem letzten Trainingstag wurde endgültig ein Kapitel für die Vereinschronik.
Das Spiel am Nachmittag begann mit einem intensiven Aufwärmprogramm, bei dem bereits erste Verschleisserscheinungen beim neu formierten Sturmduo erkennbar wurden. Während andere Spieler sich locker bewegten, war bei Teilen der Offensive schon früh zu erkennen, dass die Garantiezeit dieses Modells seit einigen Jahren abgelaufen ist.
Trotzdem wurde angepfiffen – und die Partie begann mit ordentlich Intensität. Doch bereits nach rund zehn Minuten kam es zur bitteren, wenn auch nicht völlig überraschenden Wendung: Hollberg musste feststellen, dass die Lunge nicht mehr bereit war, den eingeschlagenen Karriereweg weiterhin mitzutragen. Nach einem kurzen, aber ehrlichen Kampf gegen Sauerstoffmangel, Selbstüberschätzung und der Realität war klar: Die aktive Karriere kann an dieser Stelle endgültig als beendet betrachtet werden.
Hilpertshauser präsentierte sich in dieser Phase deutlich stabiler, spielfreudiger und vor allem belastbarer.
Er hielt länger durch, setzte Akzente und liess zumindest kurz die Hoffnung aufkommen, dass hier vielleicht doch noch ein Spätfrühling bevorsteht. Doch auch dieses Märchen fand ein jähes Ende, als der Muskel mit einem kompromisslosen „Feierabend“ den Dienst quittierte. Damit war auch für ihn das Spiel vorzeitig beendet – und das Sturmduo, das eben noch als Hoffnungsträger galt, war schneller Geschichte als manche Testspiel-Taktik.
Das Endergebnis geriet in der Folge zunehmend in den Hintergrund. Nicht etwa, weil es sportlich bedeutungslos gewesen wäre – sondern weil zu diesem Zeitpunkt eigentlich jeder Beteiligte dringend hydriert, gekühlt oder zumindest in einen Liegestuhl verfrachtet werden musste.
Und so endete auch der letzte Trainingstag dieses denkwürdigen Trainingslagers in gewohnter Manier: mit guten Gesprächen, müden Beinen und einer Runde Poker, bei der einige offenbar versuchten, wenigstens noch ein bisschen Stolz, Ehre oder den einen oder anderen Getränkeeinsatz zurückzugewinnen. Ob dabei tatsächlich Gewinne erzielt wurden oder nur weiteres Lehrgeld bezahlt wurde, wird die interne Revision zu gegebener Zeit klären.
So endet der letzte Trainingstag eines Trainingslagers, das sportlich fordernd, körperlich grenzwertig und menschlich absolut erstklassig war. Zwischen Spa, Systemwechseln, Trainerexperimenten und dem wohl kürzesten Sturmduo-Comeback der Vereinsgeschichte hat diese Mannschaft einmal mehr bewiesen, dass sie nicht nur Fussball spielen, sondern auch Geschichten schreiben kann. 😉
FCNE im Trainingslager-Modus: körperlich am Limit, taktisch vielseitig, im Poker unberechenbar – und im Sturmzentrum wohl nur noch bedingt einsetzbar. ⚽️🍻

